← Home · Hänge & Wände

Böschungsstabilitätsanalyse in Herne: Standsicherheit im Emscherland

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

MEHR ERFAHREN →

Im Herner Stadtgebiet sehen wir bei Baugruben und Geländesprüngen immer wieder das gleiche Bild: ein Gemisch aus quartären Sanden und Kiesen über den sogenannten Emscher-Mergeln. Diese Wechselfolge ist typisch für das nördliche Ruhrgebiet und reagiert empfindlich auf Wasserzutritt. Die Mergel verwittern schnell, wenn sie an der Luft liegen. Eine Böschungsstabilitätsanalyse, die nur mit Standardkennwerten arbeitet, greift hier zu kurz. Entscheidend ist die lokale Erfahrung mit dem Schichtenaufbau. In Herne kommt dazu der Einfluss ehemaliger Bergsenkungen, die das Spannungsgefüge im Untergrund verändert haben können. Bevor eine Böschung länger als ein paar Tage offen steht, sollte die Geometrie rechnerisch mit realen Bodenparametern abgesichert sein. Das kombinieren wir oft mit einer Korngrößenanalyse, um die Erosionsanfälligkeit der sandigen Lagen zu beurteilen.

Verwitterte Emscher-Mergel verlieren innerhalb von 48 Stunden nach Freilegung bis zu 60 Prozent ihrer ursprünglichen Kohäsion – ein kritischer Wert für die Standsicherheit.

Methodik und Umfang

Das Relief von Herne fällt von etwa 75 Metern im Süden auf unter 40 Meter über NHN am Rhein-Herne-Kanal ab. Dieser Höhensprung von über 30 Metern erzeugt entlang der Hangkante immer wieder Baustellen mit tiefen Einschnitten. Eine Böschungsstabilitätsanalyse muss hier nicht nur die Standsicherheit rechnerisch nachweisen, sondern auch die hydrologische Situation einbeziehen. Schichtwasser tritt oft unerwartet an der Grenze zwischen durchlässigen Sanden und wasserstauenden Mergeln aus. In unserer Praxis nutzen wir Porenwasserdruckmessungen, um den Einfluss auf den Ausnutzungsgrad präzise zu modellieren. Bei beengten Platzverhältnissen im innerstädtischen Bereich, wo eine Abflachung der Böschung nicht möglich ist, ergänzen wir die Analyse durch die Prüfung von Verpressankern als Sicherungselement zur Erhöhung der rechnerischen Standsicherheit.
Böschungsstabilitätsanalyse in Herne: Standsicherheit im Emscherland
Technisches Referenzbild — Herne

Lokale Besonderheiten

Der häufigste Fehler bei Aushüben in Herne ist die Annahme, der Emscher-Mergel sei ein standfester Fels. In Wirklichkeit ist es ein stark vorbelasteter, geklüfteter Tonstein, der bei Entlastung und Wasserzutritt zu einem zähen Brei zerfällt. Eine Böschungsstabilitätsanalyse, die mit zu hohen Kohäsionswerten rechnet, gibt eine trügerische Sicherheit. Wir sehen oft Baugruben, die nach einem Starkregenereignis lokal abscheren, weil die Sickerlinie im Modell nicht korrekt abgebildet wurde. Ein weiteres Risiko sind alte Tagesbrüche oder verfüllte Schächte aus der Bergbauzeit, die den Untergrund inhomogen machen. Ein rechnerischer Nachweis, der diese Störungen ignoriert, kann im Versagensfall massive Verzögerungen und Regressforderungen nach sich ziehen.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.sbs

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
BerechnungsverfahrenLamellenverfahren nach Bishop oder Spencer
Normative GrundlageDIN EN 1997-1 (Eurocode 7) mit DIN 1054:2021
Berücksichtigte LastfälleBS-P, BS-T, BS-A (DIN 4084)
ScherparameterermittlungDrainierte und undränierte Bedingungen
Hydrologische FaktorenPorenwasserdruck, Strömungskräfte, Sickerlinie
Typische Ausnutzungsgradeμ ≥ 1,0 (GZ1B), μ ≥ 1,3 (GZ2 im Bestand)
ErdbebenzoneZone 1 (DIN EN 1998-1/NA)
Einfluss BergbauBerücksichtigung möglicher geologischer Störzonen

Zugehörige Fachleistungen

01

Rechnerischer Böschungsbruchnachweis

Lamellenverfahren mit variablen Gleitkreisen unter Berücksichtigung des spezifischen Schichtenmodells der quartären Lockergesteine und Emscher-Mergel im Herner Stadtgebiet.

02

Hydrologische Bewertung

Ermittlung der Sickerlinie und des Porenwasserdruckprofils für die maßgebenden Lastfälle, insbesondere bei Böschungen mit An schnitt an den Grundwasserleiter.

03

Sicherungskonzepte mit Ankern

Entwurf und rechnerische Bemessung von temporären oder permanenten Verpressankern als ergänzende Sicherungsmaßnahme bei beengten Platzverhältnissen im innerstädtischen Umfeld.

Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 4084:2021-04 (Geländebruchberechnungen – Teilsicherheitsbeiwerte), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN EN 1998-5:2010-12 (Eurocode 8: Gründungen, Stützbauwerke und geotechnische Aspekte)

Häufige Fragen

Was kostet eine Böschungsstabilitätsanalyse in Herne?

Die Kosten richten sich nach der Komplexität des Schichtenmodells und der erforderlichen Erkundungstiefe. Für ein typisches Herner Baugrundprofil mit quartären Deckschichten über Emscher-Mergel bewegen sich die Honorare für die reine Standsicherheitsberechnung zwischen €1.140 und €3.290. Hinzu kommen gegebenenfalls die Kosten für ergänzende Laborversuche zur Bestimmung der Scherparameter.

Wie wird die Stabilität einer bestehenden älteren Böschung in Herne nachgewiesen?

Bei Bestandsböschungen wird zunächst die Geometrie aufgemessen und der Schichtenaufbau durch Baggerschürfe oder Bohrungen verifiziert. Entscheidend ist die Bestimmung der aktuellen Scherparameter, da ältere Böschungen oft bereits eine Vorschädigung durch Verwitterung oder frühere Rutschungen aufweisen. Der Nachweis erfolgt dann rückrechnerisch mit den gemessenen Werten unter Ansatz des ungünstigsten Lastfalls.

Ist für eine Baugrube in Herne immer ein rechnerischer Nachweis erforderlich?

Ja, sobald die Böschung höher als 5 Meter ist oder in der Nähe von Gebäuden und Verkehrswegen liegt, ist ein rechnerischer Standsicherheitsnachweis nach DIN 4124 zwingend vorgeschrieben. In Herne kommt erschwerend hinzu, dass die Baugrundverhältnisse mit den verwitterungsempfindlichen Emscher-Mergeln als ungünstig eingestuft werden und eine rein empirische Bemessung nicht zulässig ist.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Herne und seinem Großraum.

Größere Karte ansehen