Zwischen den sandigen Böden in Wanne-Eickel und den bindigen Ablagerungen im Süden von Herne liegen geotechnisch Welten. In unserer Erfahrung reichen Sondierungen mit der schweren Rammsonde oft nicht aus, wenn unterhalb von Auffüllungen aus der Bergbauzeit ein lückenloses Bodenprofil gefragt ist. Genau hier setzt der CPT-Versuch an: Die Drucksonde liefert in Echtzeit Spitzendruck und Mantelreibung und trennt Torflinsen von rolligen Schichten, bevor die erste Bodenprobe im Labor liegt. Gerade in Herne, wo der Emscher-Mergel und die quartären Sande kleinräumig wechseln, vermeiden wir mit einem CPT böse Überraschungen beim Aushub. Die Stadt mit ihren rund 156.000 Einwohnern liegt in einer seismisch ruhigen, aber bergbaulich geprägten Zone – Verkarstungen und alte Schächte verlangen nach einer Sondierung, die nicht punktuell, sondern tiefenorientiert denkt. Zusammen mit einer SPT-Bohrung entsteht ein Bild des Baugrunds, das kein reiner Aufschluss allein bieten kann.
Eine Drucksonde zeigt in Herne den Wechsel vom Ruhrsandstein zu quartären Talfüllungen auf den Zentimeter genau – das spart Bohrkerne und Zeit.
Methodik und Umfang
Das feuchte, atlantisch geprägte Klima im nördlichen Ruhrgebiet mit jährlichen Niederschlägen um 800 mm beeinflusst die Sondierergebnisse stärker, als man denkt. Gesättigte Fein- und Mittelsande können in Herne unterhalb von 2,5 Metern Tiefe bereits Porenwasserüberdrücke aufbauen, die eine Drucksonde präzise misst – ein klassischer Fall, den wir mit dem Piezocone (CPTu) auflösen. Im Gegensatz zu Küstenregionen haben wir es hier mit veränderlich festen Gesteinen des Karbon zu tun, die unter quartären Lockersedimenten anstehen. Die Kombination aus
Schürfgruben im oberflächennahen Bereich und CPT für die Tiefenstaffelung deckt dann das gesamte Profil ab. Was den CPT-Versuch in Herne besonders effizient macht, ist die Geschwindigkeit: An einem Vormittag lassen sich 20 Meter Tiefe durchörtern, und der Projektleiter hat abends die Schichtenprofile auf dem Tisch. Ergänzend empfehlen wir bei bindigen Schichten die
Atterberg-Grenzen, um die Plastizität der Auelehmböden entlang der Emscher zu klassifizieren und damit die Konsistenzzahl für die Bemessung zu erhalten.
Lokale Besonderheiten
Der tiefere Untergrund in Herne besteht aus Ton- und Schluffsteinen des Oberkarbon mit eingelagerten Sandsteinbänken, die durch den jahrhundertelangen Steinkohlebergbau teils aufgelockert sind. Das Hauptrisiko für Bauvorhaben sind nicht die Absolutwerte des Spitzendrucks, sondern das plötzliche Abfallen auf null – ein Kennzeichen für offene Hohlräume oder verstürzte Schächte. Ein CPT-Versuch detektiert diese Schwachstellen als Anomalie im Reibungsverhältnis, lange bevor eine Bohrung im Hohlraum verschwindet. Hinzu kommt der schwankende Grundwasserspiegel, der nach Starkregen in der Emscherniederung rasch ansteigt und die effektive Spannung verändert. Wer in Herne ohne vorherige Drucksondierung gründet, riskiert Setzungsdifferenzen, die sich erst Jahre nach Fertigstellung in Rissen an nichttragenden Wänden zeigen. Unser Team hat in solchen Fällen schon oft nachgebessert – die eigentliche Arbeit beginnt dann nochmal von vorn.
Häufige Fragen
Was kostet ein CPT-Versuch in Herne?
Für eine Standardsondierung bis 15 Meter Tiefe in Herne bewegen sich die Kosten zwischen €150 und €250 pro Einsatz, abhängig von der Rüstzeit, der Zugänglichkeit des Geländes und ob ein Piezocone-Modul benötigt wird. Hinzu kommen die Auswertung und die Erstellung des Schichtenprofils nach DIN EN ISO 22476-1.
Muss ich für einen CPT in Herne eine Genehmigung einholen?
Normalerweise nicht, da es sich um einen minimalinvasiven Eingriff handelt. Wir empfehlen aber, bei Verdacht auf alte Grubenbaue im Stadtgebiet die Bergbehörde der Bezirksregierung Arnsberg frühzeitig zu informieren, weil dann gegebenenfalls Sicherungsmaßnahmen erforderlich werden.
Welche Tiefe erreicht die Drucksonde in den Böden von Herne?
Im Quartär der Emschertalung erreichen wir routinemäßig 20 bis 25 Meter, oft bis das anstehende Karbon mit Spitzendrücken über 30 MPa die Sonde stoppt. Bei rolligen, locker gelagerten Sanden ist bei 15 Metern meist die planerisch relevante Tiefe abgedeckt.
Kann der CPT-Versuch auch die Tragfähigkeit für eine Bodenplatte nachweisen?
Ja, das ist ein häufiger Anwendungsfall in Herne. Aus dem Spitzendruck leiten wir den SPT-N-Wert ab und daraus über Korrelationen den Bettungsmodul und die Steifigkeit für die Bemessung einer elastisch gebetteten Bodenplatte. Der CPT ersetzt dann die schwere Rammsondierung und liefert gleichzeitig ein durchgängiges Steifigkeitsprofil.