In Herne begegnet uns bei Baugrunduntersuchungen fast immer die gleiche Herausforderung: die oberflächennahen Schichten sind stark anthropogen überprägt. Jahrzehnte des Bergbaus und der Industrie haben einen Flickenteppich aus Auffüllungen, Ziegelresten und umgelagerten Böden hinterlassen, den man ohne eine exakte Korngrößenanalyse schlicht nicht verstehen kann. Wir kombinieren die Nasssiebung mit der Aräometer-Methode nach DIN EN ISO 17892-4, um das gesamte Spektrum von Grobkies bis zur feinsten Tonfraktion zu erfassen. Gerade wenn im Emschertal die quartären Sande und Schluffe unterhalb der Auffüllung anstehen, entscheidet die Sieblinie über die zulässige Versickerungsrate, die Tragfähigkeit und die Frostsicherheit. In unserer Erfahrung lohnt sich der Aufwand dieser Doppelanalyse immer dann, wenn die Baugrube tiefer als 2 Meter wird oder eine Wasserhaltung geplant ist.
Eine einzige gestörte Probe und 200 Gramm Feinkorn reichen, um die Sieblinie von 63 mm bis 0,001 mm zu bestimmen – das ist der Standard, den wir in Herne ansetzen.
Lokale Besonderheiten
Die DIN 4020 schreibt für Baugrundgutachten in Deutschland eine eindeutige Bodenklassifikation vor. In Herne mit seinen bergbaulichen Auffüllungen und heterogenen Flussablagerungen ist eine reine Siebanalyse ohne Hydrometer oft unzureichend – wer den Feinkornanteil unter 0,063 mm ignoriert, läuft Gefahr, den Boden als nicht bindig einzustufen, obwohl bereits 10 % Tonanteil das Setzungsverhalten dramatisch verändern. Wir sehen in der Praxis immer wieder Fälle, bei denen ein vermeintlich frostsicherer Sand aus der Emscher-Niederung durch einen geringen Schluffanteil plötzlich in die Frostempfindlichkeitsklasse F2 rutscht. Bei Versickerungsanlagen nach DWA-A 138 entscheidet der kf-Wert, der sich aus der Sieblinie nach Beyer oder Hazen abschätzen lässt – ein Fehlgriff in der Kornverteilung und die Rigole staut zurück. Unser Labor erfasst deshalb standardmäßig das gesamte Korngrößenspektrum, um Sie vor diesen bauphysikalischen Fallstricken zu bewahren.
Häufige Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Herne?
Für eine kombinierte Analyse (Siebung + Aräometer) nach DIN EN ISO 17892-4 liegen die Laborkosten üblicherweise zwischen €90 und €160 pro Probe, abhängig von Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand. Bei Auffüllungen mit hohem Fremdstoffanteil kann ein geringer Zuschlag anfallen.
Reicht eine einfache Siebanalyse ohne Hydrometer für mein Bauvorhaben aus?
Nur wenn der Boden augenscheinlich frei von Feinanteilen unter 0,063 mm ist. In Herne mit seinen Auelehmen und Bergbauresten ist das selten der Fall. Wir empfehlen das Hydrometer immer dann, wenn die Probe beim Anreiben Schluff oder Ton vermuten lässt, weil sonst die Frostempfindlichkeit und die Kapillarität falsch bewertet werden.
Wie muss die Bodenprobe für die Analyse entnommen werden?
Für die kombinierte Analyse benötigen wir etwa 2 bis 5 kg gestörtes Material in einem luftdichten Beutel. Die Probe sollte repräsentativ aus der fraglichen Schicht stammen und nicht mit Oberboden oder Fremdmaterial vermischt sein.
Wie schnell erhalte ich die Ergebnisse der Sieblinie?
Die reine Laborlaufzeit beträgt 3 bis 5 Werktage ab Probeneingang. Die Aräometer-Sedimentation dauert allein etwa 24 Stunden. Eilaufträge sind nach Rücksprache möglich.