In Herne sehen wir immer wieder dasselbe Problem: die heterogenen Auffüllungen aus der Bergbauzeit machen pauschale CBR-Annahmen unmöglich. Die Stadt liegt mitten im Ruhrgebiet, auf jahrzehntelang überformten Böden. Ein CBR-Wert von 15 Prozent auf dem Papier garantiert noch lange kein tragfähiges Planum, wenn darunter alte Schachtanlagen oder Kippsubstrate liegen. Wir prüfen den California Bearing Ratio im Labor nach DIN EN 13286-47, aber vor allem interpretieren wir die Werte im Kontext der lokalen Geologie. Herne hat 157.000 Einwohner und ein dichtes Netz an Hauptverkehrsstraßen, die regelmäßig saniert werden müssen. Der Baugrund hier ist kein Standardlehrbuch-Fall. Die quartären Sande und Kiese über dem Emscher-Mergel sind oft durchsetzt mit Bergematerial, das bei Wasserzutritt seine Tragfähigkeit drastisch verliert. Deshalb gehört zu jeder CBR-Studie bei uns die Prüfung der Kornverteilung und des optimalen Wassergehalts.
Ein CBR-Wert ohne Proctorkurve ist im Ruhrgebiet eine Fehlplanung.