Der Ausbau des Herner Straßennetzes ab den 1860er-Jahren folgte den Schachtanlagen – erst Friedrich der Große, dann Shamrock und Mont Cenis. Dieser bergbauliche Ursprung prägt den Untergrund bis heute: Heterogene Auffüllungen, alte Streckenverläufe und lokale Setzungsmulden sind im Stadtgebiet eher die Regel als die Ausnahme. Für die Bemessung flexibler Fahrbahnen bedeutet das, dass Standardlösungen selten greifen. Wir kombinieren die RStO 12 mit einer fundierten Baugrunderkundung, etwa über Sondierungen mit SPT, und leiten daraus einen mehrschichtigen Aufbau ab, der Setzungsdifferenzen aufnimmt, ohne dass die Asphaltdecke reißt. Die 157.000 Einwohner der Stadt profitieren von Fahrbahnen, die auf die spezifische Geologie zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal abgestimmt sind.
Die größte Herausforderung in Herne bleibt der inhomogene Bergbauuntergrund – hier hilft kein Standardaufbau, sondern nur eine bemessungsorientierte Erkundung.
Häufige Fragen
Welche Belastungsklasse gilt für eine Anliegerstraße in Herne?
Für reine Anliegerstraßen ohne Busverkehr rechnen wir üblicherweise mit Bk0,3 bis Bk1,0. Das entspricht einer äquivalenten Achslast von 0,3 bis 1,0 Millionen 10-t-Achsen über die Nutzungsdauer. Entscheidend ist aber die lokale Situation: Endet die Straße in einem kleinen Gewerbehof mit gelegentlichem Lkw-Verkehr, setzen wir vorsorglich Bk1,8 an. Die genaue Einstufung erfolgt nach Tabelle 2 der RStO 12.
Wie tief muss der Oberbau in Herne wegen Frost dimensioniert werden?
Herne liegt in der Frosteinwirkungszone II mit regionalen Abweichungen. Die Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus beträgt je nach Frostempfindlichkeitsklasse des Untergrunds zwischen 50 und 75 cm. Bei F3-Böden, die wir im Stadtgebiet häufig antreffen, und einer Belastungsklasse ab Bk1,0 sind 65 bis 75 cm anzusetzen. Die genaue Dicke leiten wir aus der örtlichen Körnungslinie und dem Durchlässigkeitsbeiwert ab.
Was kostet die Laborprüfung für die Fahrbahnbemessung?
Für ein komplettes Prüfpaket – Plattendruckversuche vor Ort, CBR-Test, Sieblinie und die rechnerische Asphaltbemessung – liegen die Kosten zwischen 1.550 und 4.940 Euro. Der Preis hängt von der Anzahl der Prüfpunkte, der Bauklasse und dem Umfang der Aushubüberwachung ab. Bei kleinen Flächen unter 200 m² erstellen wir ein reduziertes Paket.
Können Sie auch die Asphalteinbaudicke auf einer alten Pflasterfläche bemessen?
Ja, das ist ein klassischer Fall in Herne. Wir nehmen den alten Pflasterbelag und die Bettung auf, prüfen dann den freigelegten Unterbau mit dem dynamischen Plattendruckversuch. Anschließend bestimmen wir im Labor den CBR-Wert des anstehenden Bodens und dimensionieren den Asphaltaufbau so, dass die Tragfähigkeit auch ohne die alte Pflasterbettung gewährleistet ist.