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Bemessung flexibler Fahrbahnen für Herne

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Der Ausbau des Herner Straßennetzes ab den 1860er-Jahren folgte den Schachtanlagen – erst Friedrich der Große, dann Shamrock und Mont Cenis. Dieser bergbauliche Ursprung prägt den Untergrund bis heute: Heterogene Auffüllungen, alte Streckenverläufe und lokale Setzungsmulden sind im Stadtgebiet eher die Regel als die Ausnahme. Für die Bemessung flexibler Fahrbahnen bedeutet das, dass Standardlösungen selten greifen. Wir kombinieren die RStO 12 mit einer fundierten Baugrunderkundung, etwa über Sondierungen mit SPT, und leiten daraus einen mehrschichtigen Aufbau ab, der Setzungsdifferenzen aufnimmt, ohne dass die Asphaltdecke reißt. Die 157.000 Einwohner der Stadt profitieren von Fahrbahnen, die auf die spezifische Geologie zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal abgestimmt sind.

Die größte Herausforderung in Herne bleibt der inhomogene Bergbauuntergrund – hier hilft kein Standardaufbau, sondern nur eine bemessungsorientierte Erkundung.

Methodik und Umfang

Was wir im Herner Stadtgebiet immer wieder antreffen, sind sandig-kiesige Auffüllungen mit eingelagerten Bauschuttresten, direkt über steifem bis halbfestem Emschermergel. Diese Wechsellagerung macht die Tragfähigkeitsprognose ohne Laborversuche zum Glücksspiel. Eine Bemessung flexibler Fahrbahnen nach RStO 12 setzt voraus, dass wir den Verformungsmodul Ev2 auf Planumshöhe sicher kennen. Dafür führen wir statische Plattendruckversuche durch und ergänzen die Ergebnisse mit CBR-Versuchen im Labor, um die Dicke der ungebundenen Tragschicht exakt zu dimensionieren. Die Asphaltpaketdicke legen wir dann so aus, dass die Zugspannungen an der Unterseite der Asphalttragschicht die zulässigen Werte der Asphaltsorte nicht überschreiten – ein klassisches Mehrschichtmodell, das wir für jede Bauklasse neu durchrechnen.
Bemessung flexibler Fahrbahnen für Herne
Technisches Referenzbild — Herne

Lokale Besonderheiten

Der häufigste Fehler: Das Bautagebuch vermerkt „gewachsener Boden angetroffen“, aber in Wirklichkeit liegt eine alte Bergbauverfüllung aus den 1950er-Jahren vor. Wird darauf eine Bemessung flexibler Fahrbahnen nur nach Erfahrungswerten ohne Laborprüfung aufgebaut, entstehen innerhalb von zwei bis drei Jahren netzförmige Risse und Spurrinnen. In Herne mit seinen dokumentierten Tagesbrüchen und Altablagerungen ist das Risiko besonders hoch. Ein weiteres Problem ist die unterschätzte Frostempfindlichkeit der Auffüllungen. Wenn die Tragschichtdicke nicht auf die tatsächliche Körnungslinie und den Durchlässigkeitsbeiwert abgestimmt wird, führt Frost-Tau-Wechsel zu Gefügeschäden, die sich rasch in die gebundenen Schichten durchpausen.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Bauklassen nach RStO 12Bk1,0 bis Bk100 (äquivalente 10-t-Achsen)
Ungebundene TragschichtMindestdicke 15-45 cm (Frostschutz)
AsphalttragschichtAC 22 TS oder AC 16 TS (h = 8-14 cm)
AsphaltdeckschichtAC 11 DS oder SMA 8 S (h = 3,5-4 cm)
Ev2-Mindestwert Planum≥ 45 MN/m² (Bk0,3) bis ≥ 120 MN/m²
FrostempfindlichkeitsklasseF1 (gering) bis F3 (sehr empfindlich)
CBR-Wert Untergrund/Unterbau≥ 5% (Untergrund) / ≥ 15% (Unterbau)

Zugehörige Fachleistungen

01

Tragfähigkeitsprüfung auf dem Planum

Statische Plattendruckversuche nach DIN 18134 und dynamische Versuche mit dem Leichten Fallgewichtsgerät. Wir messen Ev1 und Ev2 direkt auf dem Unterbau und weisen die Verdichtung nach.

02

CBR-Laborversuche nach DIN EN 13286-47

Ermittlung des California Bearing Ratio an ungestörten Proben oder eingebautem Material. Liefert den Bemessungswert für die Tragschichtdicke unterhalb des Asphaltpakets.

03

Mehrschichtige Asphaltbemessung

Rechnerische Dimensionierung der Asphalttrag-, Binder- und Deckschicht mit dem Programm PaDesTo oder nach den Tafeln der RStO 12 für die zutreffende Belastungsklasse.

04

Körnungslinie und Frostsicherheit

Siebanalyse und Bestimmung des Ungleichförmigkeitsgrades U zur Einstufung in die Frostempfindlichkeitsklasse F1–F3. Grundlage für die Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus.

Geltende Normen

RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), DIN EN 13108-1 (Asphaltmischgut – Anforderungen – Teil 1: Asphaltbeton), TP BF-StB Teil B 8.3 (Dynamischer Plattendruckversuch mit dem Leichten Fallgewichtsgerät), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau), DIN 18196 (Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke)

Häufige Fragen

Welche Belastungsklasse gilt für eine Anliegerstraße in Herne?

Für reine Anliegerstraßen ohne Busverkehr rechnen wir üblicherweise mit Bk0,3 bis Bk1,0. Das entspricht einer äquivalenten Achslast von 0,3 bis 1,0 Millionen 10-t-Achsen über die Nutzungsdauer. Entscheidend ist aber die lokale Situation: Endet die Straße in einem kleinen Gewerbehof mit gelegentlichem Lkw-Verkehr, setzen wir vorsorglich Bk1,8 an. Die genaue Einstufung erfolgt nach Tabelle 2 der RStO 12.

Wie tief muss der Oberbau in Herne wegen Frost dimensioniert werden?

Herne liegt in der Frosteinwirkungszone II mit regionalen Abweichungen. Die Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus beträgt je nach Frostempfindlichkeitsklasse des Untergrunds zwischen 50 und 75 cm. Bei F3-Böden, die wir im Stadtgebiet häufig antreffen, und einer Belastungsklasse ab Bk1,0 sind 65 bis 75 cm anzusetzen. Die genaue Dicke leiten wir aus der örtlichen Körnungslinie und dem Durchlässigkeitsbeiwert ab.

Was kostet die Laborprüfung für die Fahrbahnbemessung?

Für ein komplettes Prüfpaket – Plattendruckversuche vor Ort, CBR-Test, Sieblinie und die rechnerische Asphaltbemessung – liegen die Kosten zwischen 1.550 und 4.940 Euro. Der Preis hängt von der Anzahl der Prüfpunkte, der Bauklasse und dem Umfang der Aushubüberwachung ab. Bei kleinen Flächen unter 200 m² erstellen wir ein reduziertes Paket.

Können Sie auch die Asphalteinbaudicke auf einer alten Pflasterfläche bemessen?

Ja, das ist ein klassischer Fall in Herne. Wir nehmen den alten Pflasterbelag und die Bettung auf, prüfen dann den freigelegten Unterbau mit dem dynamischen Plattendruckversuch. Anschließend bestimmen wir im Labor den CBR-Wert des anstehenden Bodens und dimensionieren den Asphaltaufbau so, dass die Tragfähigkeit auch ohne die alte Pflasterbettung gewährleistet ist.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Herne und seinem Großraum.

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