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Flachgründungsbemessung in Herne: Tragfähigkeit auf Bergsenkungsgebiet und Kreidemergel

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Die Bemessung einer Flachgründung beginnt in Herne fast immer mit dem schweren Bohrgerät auf einem beengten Grundstück in Eickel oder Wanne. Kaum ein Boden hier ist ungestört gewachsen. Die Stadt liegt am Nordrand des Ruhrgebiets, auf einer welligen Lösslehmdecke über Kreidemergel, durchzogen von alten Zechenflächen und verfüllten Schächten. Wenn der Rammkernbohrer den Mergel in vier, fünf Metern Tiefe erreicht, wissen wir, dass wir eine tragfähige Schicht angefahren haben – aber auch eine, die bei Wasserzutritt aufweichen kann. Genau das prüfen wir mit gezielten Laborversuchen. Der geotechnische Bericht zur Flachgründungsbemessung berücksichtigt dann nicht nur die reine Bodenpressung, sondern auch das Setzungsverhalten unter jahrzehntelanger Bauwerkslast. In der hügeligen Topografie bei konstant rund 65 Metern über NHN spielt zudem die frostsichere Einbindetiefe eine Rolle, die wir nach den Vorgaben der DIN 1054:2021 auslegen.

Die größte Herausforderung bei Gründungen in Herne ist nicht die Tragfähigkeit des Mergels, sondern das unvorhersehbare Setzungsverhalten über alten Bergwerkshohlräumen.

Methodik und Umfang

Was wir in Herne immer wieder beobachten: Die Tragfähigkeit des Kreidemergels schwankt stark, je nachdem ob man auf dem trockenen Höhenrücken von Börnig oder im feuchteren Emschertal gründet. Eine Flachgründungsbemessung nach Eurocode 7 erfordert hier eine sorgfältige Unterscheidung zwischen drainierten und undrainierten Bedingungen. Die Setzungsprognose stützen wir auf Steifemoduln aus der Korngrößenanalyse und ergänzenden Ödometerversuchen. Entscheidend ist die lokale Erfahrung mit den Emscher-Mergel-Formationen: Diese neigen zur Entfestigung, wenn die Baugrube längere Zeit offen steht. Wir legen daher Wert auf eine zügige Bauabfolge und geben konkrete Hinweise zum Witterungsschutz im Aushubbereich. Bei Streifenfundamenten auf den typischen bindigen Auffüllungen prüfen wir immer die Grundbruchsicherheit nach dem Verfahren von Terzaghi mit modifizierten Tragfähigkeitsbeiwerten für den lokalen Reibungswinkel. Auch der Nachweis gegen Auftrieb wird in den flussnahen Stadtteilen relevant, wo der Grundwasserspiegel saisonal bis auf einen Meter unter GOK ansteigen kann.
Flachgründungsbemessung in Herne: Tragfähigkeit auf Bergsenkungsgebiet und Kreidemergel
Technisches Referenzbild — Herne

Lokale Besonderheiten

Ein Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße in Herne-Mitte, geplant mit zwei Vollgeschossen auf einer lastabtragenden Bodenplatte. Das Baugrundgutachten wies eine zwei Meter mächtige Auffüllung aus Ziegelbruch und Kohleresten nach, darunter stark verwitterter Mergel. Die Flachgründungsbemessung zeigte, dass die zulässige Sohlspannung unter der Bodenplatte auf 120 kN/m² zu begrenzen war – deutlich weniger als der Bauherr erhofft hatte. Die Lösung bestand in einem Bodenaustausch unter der gesamten Platte mit verdichtetem Brechsandgemisch, kontrolliert durch Lastplattendruckversuche. Weitaus kritischer war der Verdacht auf einen alten Kanalschacht aus der Bergbauzeit. Erst die vertiefte Erkundung gab Entwarnung. Solche Szenarien sind in Herne alltäglich. Wir empfehlen grundsätzlich, vor der Bemessung das digitale Grubenbild des Landes NRW einzusehen und die Erkundungstiefe auf mindestens das Doppelte der Fundamentbreite auszudehnen.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Zulässige Bodenpressung (Streifenfundament auf Mergel)250 – 400 kN/m²
Einbindetiefe frostsicher≥ 80 cm (Frostzone III nach DIN 1054)
Setzungsdifferenz zulässig≤ 10 mm / 5 m
Mindestbreite Streifenfundament60 cm (unbewehrt)
Grundbruchsicherheit η≥ 1,40 (LF 1, DIN EN 1997-1)
Bettungsmodul ks (toniger Schluff)8 – 20 MN/m³
Erkundungstiefe (Allgemein)≥ 6 m unter GOK, bei Verdacht auf Tagesbrüche tiefer

Zugehörige Fachleistungen

01

Geotechnischer Bericht nach EC 7

Erstellung des vollständigen Geotechnischen Berichts nach DIN EN 1997-2, inklusive Homogenbereiche, charakteristischen Bodenkennwerten und Bemessungsvorschlag für Streifen-, Einzelfundamente oder Bodenplatten.

02

Baugrunderkundung & Sondierungen

Durchführung von Rammkernbohrungen und schweren Rammsondierungen (DPH) zur Erkundung der Gründungsschicht. Wir ermitteln die Lagerungsdichte und die Mächtigkeit der Auffüllungen, die für Herne so typisch sind.

03

Setzungs- und Grundbruchberechnung

Analytische Berechnung der Setzungsmulde und des Grundbruchwiderstands mit modifizierten Verfahren für die lokalen Mergelböden. Bei Bedarf ergänzt um numerische FEM-Modelle für komplexe Grundrisse.

Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4019:2015-05 (Baugrund – Setzungsberechnungen), DIN 4020:2010-12 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke)

Häufige Fragen

Was kostet eine Flachgründungsbemessung für ein Einfamilienhaus in Herne?

Für ein typisches Einfamilienhaus in Herne liegen die Kosten für die Baugrunderkundung und die vollständige Flachgründungsbemessung zwischen 1.600 und 2.820 Euro. Der Preis hängt vor allem vom Erkundungsumfang ab – ob eine oder zwei Bohrungen nötig sind und ob zusätzliche schwere Rammsondierungen oder Laborversuche wie Ödometertests erforderlich werden. Eine genaue Kalkulation erstellen wir nach Einsicht in den Lageplan und das geplante Bauwerk.

Reicht eine Bodenplatte auf dem Mergel in Herne aus?

Das kommt auf den genauen Standort an. Auf den Höhenrücken von Herne-Börnig, wo der Mergel oberflächennah und unverwittert ansteht, ist eine lastabtragende Bodenplatte oft ausreichend. In den Tallagen mit mächtigeren Auffüllungen oder in der Nähe alter Schachtanlagen muss die Gründung tiefer geführt oder ein Bodenaustausch vorgenommen werden. Die Entscheidung fällt erst nach der Erkundung und der rechnerischen Setzungsprognose.

Wie tief muss in Herne gegründet werden, um Frostsicherheit zu erreichen?

Herne liegt in der Frosteinwirkungszone III nach DIN 1054. Das bedeutet, die Gründungssohle muss mindestens 80 Zentimeter unter der endgültigen Geländeoberkante liegen. Bei nicht unterkellerten Bauwerken mit Bodenplatte ist zusätzlich eine umlaufende Frostschürze oder eine entsprechende Dämmung unter der Platte erforderlich, die wir in der Bemessung berücksichtigen.

Welche Normen gelten für die Flachgründungsbemessung in Deutschland?

Die Bemessung erfolgt nach dem Handbuch Eurocode 7, Band 1: Allgemeine Regeln (DIN EN 1997-1:2014-03), ergänzt durch den nationalen Anhang und die DIN 1054:2021-04 für Sicherheitsnachweise. Für die Setzungsberechnung ziehen wir die DIN 4019 heran. Die Baugrunderkundung selbst ist in der DIN 4020 geregelt. Alle Berichte aus unserem Haus entsprechen diesen Regelwerken.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Herne und seinem Großraum. Mehr Info.

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