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SPT (Standard Penetration Test) in Herne: Geotechnische Aufschlüsse für das nördliche Ruhrgebiet

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Der Untergrund in Herne ist ein Abbild bewegter Industriegeschichte. Zwischen den Quartiersstrukturen von Herne-Mitte und den weitläufigen Grünarealen in Eickel liegen Welten – nicht nur städtebaulich, sondern vor allem geotechnisch. Während in Horsthausen oft gewachsene Emschermergel anstehen, trifft man in Wanne auf mächtige, teils unkontrollierte Auffüllungen des vergangenen Bergbaus. Der SPT (Standard Penetration Test) liefert exakt jene Kennwerte, die für eine sichere Gründungsbewertung in Herne entscheidend sind. In einer Stadt mit über 156.000 Einwohnern und einer über 150-jährigen Bergbautradition geht es nicht nur um die Tragfähigkeit – es geht um die zuverlässige Einschätzung von Verfüllungsmächtigkeiten und Resthohlräumen. Wer in Herne baut, muss wissen, was unter den ersten Metern liegt. Die Kombination aus SPT-Aufschlüssen und einer Korngrößenanalyse ermöglicht eine präzise Einstufung der anstehenden Böden, selbst wenn diese heterogen und von Bergematerial durchsetzt sind. Der Test registriert die Schlagzahlen N10 und N30 und überführt sie in belastbare Aussagen zur Lagerungsdichte und Konsistenz des Baugrunds.

Die SPT-Schlagzahlen in Herne spiegeln die wechselvolle Bergbaugeschichte – von tiefen Auffüllungen bis zu dichten Tertiärtonen liefert jede Rammung ein klares Bild der Tragfähigkeit.

Methodik und Umfang

Ein sechsgeschossiger Wohnkomplex an der Bahnhofstraße in Herne, geplant auf einem ehemaligen Zechengelände. Die ersten drei Meter zeigten sich beim Bohren als sandig-kiesige Auffüllung mit Ziegelresten, darunter folgten schluffige Deckschichten. Der SPT wurde hier im Rammkernverfahren in Tiefen von 1,5 m bis 6,0 m gefahren. Die gemessenen Schlagzahlen N30 von 4 bis 7 im schluffigen Bereich bestätigten eine weiche Konsistenz – eine direkte Baugrundverbesserung war hier unumgänglich. In solchen Fällen bewährt sich der parallele Einsatz des CPT-Versuchs, der ein nahezu lückenloses Profil des Spitzendrucks liefert und die SPT-Daten ideal ergänzt. Die Auswertung der Proben im Labor erfolgt gemäß DIN 18123 für die Kornverteilung und DIN 18122 für die Konsistenzgrenzen. Die SPT-Ergebnisse aus Herne zeigen eine bemerkenswerte Streuung: In den quartären Terrassensanden steigen die N30-Werte auf 15 bis 25, während sie in den aufgeweichten Auelehmschichten des Emschertals auf 2 bis 5 abfallen. Für die Bestimmung der Scherparameter ergänzen wir die Feldaufschlüsse oft mit einem Atterberg-Versuch, um das plastische Verhalten der bindigen Schichten exakt zu quantifizieren.
SPT (Standard Penetration Test) in Herne: Geotechnische Aufschlüsse für das nördliche Ruhrgebiet
Technisches Referenzbild — Herne

Lokale Besonderheiten

Herne liegt auf 65 m NHN und ist geprägt von den Senkungs- und Aufschüttungsfolgen des Steinkohlebergbaus. Die größte geotechnische Unbekannte sind die Altablagerungen und untertägigen Hohlräume, die in keiner Karte vollständig verzeichnet sind. Ein SPT, der lediglich in einer Tiefe von 2 m abgebrochen wird, übersieht genau diese kritischen Schichten, in denen sich Setzungsdifferenzen oder Tagesbrüche entwickeln können. Die Norm DIN EN 1997-2 fordert deshalb einen Aufschluss mindestens bis zur Tiefe des Spannungszwiebels. In Herne bedeutet das oft ein Durchörtern der gesamten Auffüllungshorizonte und ein Einbinden in die tragfähigen Emschermergel oder Kreidesandsteine. Ohne eine systematische Rammung mit dem SPT riskiert man Fehleinschätzungen der Bettungsmoduln und der Setzungsprognosen, was gerade bei einer Gründung über heterogenem Bergematerial zu unwirtschaftlichen Überdimensionierungen oder schlimmstenfalls zu Schäden an der aufgehenden Konstruktion führt.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VerfahrenRammkernsondierung (SPT) nach DIN EN ISO 22476-3
RammausrüstungStandard-Rammbär, 63,5 kg, freier Fall 760 mm
GestängeAW- oder BW-Gestänge mit SPT-Sonde (Außendurchmesser 51 mm)
Aufschlusstiefebis 15 m (tiefer mit Vorbohrung möglich)
MesswerteN10 (erste 150 mm) und N30 (weitere 300 mm Eindringung)
KorrelationenLagerungsdichte (DIN EN 1997-2), undränierte Scherfestigkeit, Reibungswinkel
Probenahmegestörte Bodenprobe im SPT-Zylinder für Laborversuche

Zugehörige Fachleistungen

01

SPT-Rammkernsondierung mit Laboranalyse

Durchführung der SPT nach DIN EN ISO 22476-3 mit einem mobilen Bohrgerät. Wir erfassen die Schlagzahlen N10 und N30 kontinuierlich über die gesamte Bohrtiefe. Die gewonnenen Proben werden im akkreditierten Labor auf Kornverteilung (DIN 18123), Konsistenzgrenzen (DIN 18122) und Wassergehalt untersucht. Das Ergebnis ist ein geotechnischer Bericht mit Gründungsempfehlung, Setzungsberechnung und Angaben zur Bettung für Ihr Bauvorhaben in Herne.

02

Kombinierte SPT- und Drucksondierung

In Gebieten mit unklarer Auffüllungsmächtigkeit – etwa in Wanne-Eickel – kombinieren wir den SPT mit der CPT-Sondierung (DIN EN ISO 22476-1). Der CPT liefert ein hochauflösendes Profil des Spitzendrucks, während der SPT die standfeste Probenahme für die Laborversuche sicherstellt. So lassen sich auch geringmächtige Torflinsen oder Weichschichten innerhalb der Auffüllungen sicher identifizieren.

Geltende Normen

DIN EN ISO 22476-3:2012-03 (Felduntersuchungen – Standard Penetration Test), DIN EN 1997-2:2010-10 (Eurocode 7: Geotechnische Erkundung und Untersuchung), DIN 4020:2010-12 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke), DIN 18123:2011-04 (Bestimmung der Korngrößenverteilung), DIN 18122-1:2020-11 (Konsistenzgrenzen – Fließ- und Ausrollgrenze)

Häufige Fragen

Welche Tiefe muss eine SPT-Bohrung in Herne mindestens haben?

Die erforderliche Aufschlusstiefe hängt von der geplanten Gründung ab. Für ein Einfamilienhaus mit Keller reichen oft 6 m bis 8 m unter die Gründungssohle. Bei Projekten in Bergbaugebieten von Herne ist es jedoch ratsam, die gesamte Auffüllungsmächtigkeit zu durchörtern und in den gewachsenen Mergel oder Fels einzubinden, was zu Tiefen von 10 m bis 15 m führen kann. Die genaue Tiefe legt der geotechnische Sachverständige nach DIN 4020 fest.

Was kostet ein SPT-Aufschluss in Herne?

Für eine SPT-Rammkernsondierung in Herne bewegen sich die Kosten je nach Aufschlusstiefe, Anzahl der Sondierpunkte und erforderlichem Laborumfang in einer Spanne von etwa €520 bis €670 pro Aufschluss. Dieser Preis umfasst die mobile Bohrung, die Rammung, die Probenahme und die Dokumentation der Schlagzahlen.

Was unterscheidet den SPT von einer einfachen Rammsondierung?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Probenahme: Während eine schwere Rammsondierung (DPH) nur den Eindringwiderstand misst, fährt der SPT einen geschlitzten Zylinder ein, der eine gestörte Bodenprobe gewinnt. Diese Probe lässt sich im Labor klassifizieren – eine reine Rammsondierung liefert keine Bodenansprache. In Herne mit seinen heterogenen Auffüllungen ist diese Probenahme unverzichtbar, um das Material sicher zu identifizieren.

Wie lange dauert die Ausführung eines SPT in Herne?

Die Feldarbeit für einen SPT-Aufschluss bis 10 m Tiefe dauert in der Regel einen halben bis einen ganzen Tag. Das hängt stark von der Bodenbeschaffenheit ab: In den dichten Emschermergeln von Herne geht das Rammen langsamer als in den sandigen Terrassenablagerungen. Die Laboranalyse und der geotechnische Bericht benötigen anschließend etwa zwei bis drei Wochen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Herne und seinem Großraum.

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